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Protokoll · A2A

A2A – wie Agenten sich finden und verhandeln

Das Agent2Agent-Protokoll ist die Sprache, in der Einkaufs- und Verkaufs-Agenten kommunizieren – und damit das Fundament des Agent-to-Agent Commerce.

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Discovery: Agenten müssen sich erst finden

Bevor zwei Agenten Geschäfte machen, muss der eine wissen, was der andere kann. A2A löst das über Capability-Discovery: Ein Agent veröffentlicht maschinenlesbar seine Fähigkeiten – etwa „ich verkaufe Produkt­kategorie X, akzeptiere Zahlungsart Y, liefere in Region Z“. Andere Agenten können diese Fähigkeiten abfragen und passende Partner auswählen.

Der Protokoll-Stack im Überblick

ProtokollVerbindetRolle im Commerce
MCPAgent ↔ Tools/DatenAgent greift auf Shop-API, Katalog, Lager zu
A2AAgent ↔ AgentKäufer- und Verkäufer-Agent finden & verhandeln
AP2Agent ↔ ZahlungErweiterung von A2A für sichere Transaktionen
ACPAgent ↔ Händler-CheckoutKaufabschluss (OpenAI/Stripe-Ansatz)

Die Agent Card: der Steckbrief eines Agenten

Discovery klingt abstrakt, ist aber ein sehr konkretes Artefakt. Ein A2A-Agent veröffentlicht unter einem wohldefinierten Pfad eine Agent Card – ein JSON-Dokument, das beschreibt, wer er ist, was er kann und wie man mit ihm spricht. Für Händler ist das die Stelle, an der der eigene Verkaufs-Agent im Ökosystem sichtbar wird.

Agent Card eines Verkaufs-Agenten (gekürzt)
{
  "name": "Beispielhandel Verkaufs-Agent",
  "description": "Beantwortet Produktanfragen, prüft Verfügbarkeit und erstellt Angebote
                  für Werkstattbedarf. Liefert nach DE, AT, CH.",
  "url": "https://api.beispielhandel.de/a2a",
  "version": "1.2.0",
  "capabilities": { "streaming": true, "pushNotifications": true },
  "defaultInputModes": ["text/plain", "application/json"],
  "skills": [
    {
      "id": "produktsuche",
      "name": "Produktsuche mit Eignungsprüfung",
      "description": "Findet Artikel nach fachlichen Attributen und prüft Kompatibilität.",
      "tags": ["katalog", "b2b", "werkstattbedarf"]
    },
    {
      "id": "angebot",
      "name": "Angebot erstellen",
      "description": "Erstellt ein verbindliches Angebot inklusive Staffelpreis und Lieferzeit.",
      "tags": ["preis", "angebot"]
    }
  ]
}

Die skills sind hier das Entscheidende. Ein Einkaufsagent durchsucht nicht Ihren Katalog, um festzustellen, ob Sie infrage kommen – er liest diesen Steckbrief. Wer seine Fähigkeiten vage beschreibt („Onlinehandel, breites Sortiment“), wird bei spezifischen Anfragen schlicht übersprungen.

Wie ein Austausch abläuft

A2A modelliert Interaktionen als Tasks mit einem Lebenszyklus. Das ist mehr als Request/Response, weil ein Handelsvorgang selten in einem Zug abgeschlossen ist:

ZustandWas er bedeutetIm Handel
submittedAufgabe angenommen, noch nicht bearbeitetAnfrage eingegangen
workingIn BearbeitungVerfügbarkeit und Preis werden ermittelt
input-requiredRückfrage an den aufrufenden Agenten„Welche Menge? Lieferung an welche PLZ?“
completedErgebnis liegt vorAngebot als Artefakt zurückgegeben
rejected / failedAbgelehnt oder fehlgeschlagenNicht lieferbar, außerhalb des Liefergebiets

Bemerkenswert ist input-required: Der Verkaufs-Agent darf zurückfragen, statt zu raten. Genau das unterscheidet eine Verhandlung von einem Datenbank-Lookup – und es ist der Grund, warum A2A für beratungsintensive Sortimente interessanter ist als ein reiner Produkt-Feed.

A2A, MCP und ACP – wer macht was?

Die drei Protokolle werden regelmäßig verwechselt, obwohl sie an völlig verschiedenen Stellen ansetzen. Eine Merkhilfe: MCP ist die Verbindung eines Agenten zu seinen eigenen Werkzeugen. A2A ist die Verbindung zwischen zwei fremden Agenten. ACP ist der Kaufabschluss zwischen einer Agenten-Plattform und einem Händler-Backend.

Ein Händler kann alle drei gleichzeitig betreiben, ohne dass sie kollidieren: einen MCP-Server für den eigenen Katalog, eine A2A-Agent-Card für die Auffindbarkeit im Agenten-Ökosystem und eine ACP-Anbindung für Käufe aus ChatGPT.

Realitätscheck: Wo A2A heute wirklich steht

Die 150+ Organisationen sind ein starkes Signal, aber sie bedeuten nicht, dass heute nennenswerte Handelsvolumina über A2A laufen. Der Stand ist ehrlicher so zu beschreiben: Die Zahlungsschicht darüber (AP2) ist jünger als das Protokoll selbst, und die Kaufabschlüsse, die 2026 tatsächlich stattfinden, laufen ganz überwiegend über ACP und Marktplatz-Integrationen – nicht über frei verhandelnde Agentenpaare.

Für die Priorisierung heißt das: A2A ist die richtige Antwort auf die Frage, wohin sich der Markt entwickelt, aber selten die richtige erste Investition. Wer heute Budget hat, holt mehr aus sauberen, auffindbaren Produktdaten – die zahlen auf jedes dieser Protokolle ein, während eine A2A-Implementierung ohne Gegenstellen zunächst niemandem nützt.

Warum 150+ Organisationen mitmachen

Ein Agenten-Ökosystem funktioniert nur, wenn Agenten verschiedener Anbieter interoperabel sind – sonst entstehen isolierte Inseln. Die breite Beteiligung an A2A (innerhalb eines Jahres auf über 150 Organisationen gewachsen) ist deshalb das stärkste Signal dafür, dass Agent-to-Agent Commerce kein Einzelanbieter-Experiment bleibt, sondern eine gemeinsame Infrastruktur wird.

Wie auf A2A die Zahlung aufsetzt, erklärt AP2. Was das für Ihr Sortiment bedeutet, zeigt Sichtbar für KI-Agenten.

Häufige Fragen

Was ist das A2A-Protokoll?
Agent2Agent (A2A) ist ein offenes Protokoll für den Nachrichtenaustausch und die Capability-Discovery zwischen KI-Agenten. Ursprünglich von Google initiiert, wird es heute unter dem Dach der Linux Foundation weiterentwickelt und von über 150 Organisationen unterstützt.
Wofür braucht man A2A im Commerce?
A2A ist die Grundlage für Agent-to-Agent Commerce: Damit der Einkaufs-Agent eines Käufers mit dem Verkaufs-Agenten eines Händlers verhandeln kann, müssen sich beide finden und eine gemeinsame Sprache sprechen. Genau das leistet A2A.
Was ist der Unterschied zwischen A2A und AP2?
A2A regelt die Kommunikation zwischen Agenten – wie sie sich finden und Fähigkeiten austauschen. AP2 baut darauf auf und ergänzt die Zahlungs- und Transaktionsschicht. A2A spricht, AP2 bezahlt.
Was ist der Unterschied zwischen A2A und MCP?
MCP (Model Context Protocol) verbindet einen einzelnen Agenten mit Tools und Datenquellen. A2A verbindet mehrere Agenten miteinander. Beide ergänzen sich: MCP nach innen zu den Werkzeugen, A2A nach außen zu anderen Agenten.
Was ist eine Agent Card?
Die Agent Card ist ein JSON-Dokument, das ein A2A-Agent unter einem wohldefinierten Pfad veröffentlicht. Sie beschreibt Name, Zweck, Endpunkt, unterstützte Ein- und Ausgabeformate sowie die konkreten Fähigkeiten (Skills) des Agenten. Ein Einkaufsagent durchsucht nicht Ihren Katalog, um zu prüfen, ob Sie infrage kommen – er liest diesen Steckbrief. Vage beschriebene Fähigkeiten führen dazu, dass ein Agent bei spezifischen Anfragen übersprungen wird.
Läuft heute schon nennenswerter Handel über A2A?
Nein. Die über 150 beteiligten Organisationen sind ein starkes Signal für die Richtung, aber die Kaufabschlüsse, die 2026 tatsächlich stattfinden, laufen ganz überwiegend über ACP und Marktplatz-Integrationen – nicht über frei verhandelnde Agentenpaare. Für die Priorisierung heißt das: A2A ist selten die richtige erste Investition. Saubere, auffindbare Produktdaten zahlen auf jedes dieser Protokolle ein.
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Quellen

Quellen & weiterführende Belege (3)