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Protokoll · ACP

ACP – das Agentic Commerce Protocol von OpenAI & Stripe

Der offene Standard von OpenAI und Stripe: gestartet als Grundlage von ChatGPT Instant Checkout, seit März 2026 auch der Weg, Produkt-Feeds und Aktionen an ChatGPT zu liefern.

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Stand 2026: was aus Instant Checkout wurde

Am 24. März 2026 hat OpenAI die Richtung geändert. ChatGPT wird als Werkzeug für Produktsuche und Vergleich ausgebaut; Händler können wieder ihren eigenen Checkout verwenden. OpenAI begründete das damit, dass die erste Version von Instant Checkout nicht die angestrebte Flexibilität bot. Berichtet wurden Schwierigkeiten beim Onboarding der Händler, bei der Produktdatenqualität, bei Warenkörben mit mehreren Artikeln und bei der Einbindung von Kundenprogrammen.

Instant Checkout (ab Sept. 2025)Seit März 2026
Rolle von ChatGPTEntdeckung und Kaufabschluss im ChatSchwerpunkt Entdeckung und Vergleich
KaufabschlussIm Chat über ACP und Shared Payment TokenÜberwiegend im Checkout des Händlers oder in einer eigenen ChatGPT-App
Rolle von ACPCheckout-SchnittstelleZusätzlich Produkt-Feeds und Aktionen für die Suche
Was Händler brauchenCheckout-EndpunkteVor allem einen vollständigen, aktuellen Produkt-Feed

Für Händler ist das keine Entwarnung, sondern eine Verschiebung: Entschieden wird weiterhin im Chat – nur eben, welcher Shop zum Kauf weitergereicht wird. Damit rückt genau das in den Vordergrund, was ohnehin über jeden Agenten-Kanal entscheidet: Sichtbarkeit und Datenqualität. Die Checkout-Mechanik unten bleibt als Teil des Protokolls relevant, etwa für Händler, die den Kauf im Chat weiter anbieten.

Wie ein Kauf über ACP abläuft

Wenn ein Nutzer in ChatGPT eine Bestellung auslöst, sendet ChatGPT die nötigen Bestelldaten über das Agentic Commerce Protocol an das Backend des Händlers. Der Händler nimmt die Bestellung an (oder lehnt sie ab), verarbeitet die Zahlung über seinen bestehenden Payment-Provider und übernimmt Fulfillment und Kundenservice. Entscheidend: Die Kontrolle und die Kundenbeziehung bleiben beim Händler.

SchrittWerWas passiert
1 · AuswahlNutzer + AgentProdukt wird im Chat ausgewählt
2 · OrderChatGPTBestelldaten gehen via ACP an das Händler-Backend
3 · ZahlungStripe (SPT)Shared Payment Token stößt Zahlung an – ohne Kartendaten offenzulegen
4 · AbwicklungHändlerAnnahme, Zahlungsabwicklung, Fulfillment, Support

Wie ACP Zahlungen absichert: der Shared Payment Token

Nachdem der Käufer seine bevorzugte Zahlungsart gewählt hat, stellt Stripe einen Shared Payment Token (SPT) aus – ein Zahlungs-Primitiv, das es Anwendungen wie ChatGPT erlaubt, eine Zahlung zu initiieren, ohne die Zahlungsdaten des Käufers preiszugeben. Laut Stripe-Dokumentation ist ein SPT eine begrenzte Referenz auf ein Zahlungsmittel und gibt nie die Kartennummer oder andere Rohdaten heraus. Abgesichert wird er durch drei Grenzen:

GrenzeWirkung
HändlerbindungDer Token wird für genau einen Händler ausgestellt und ist bei anderen wertlos
Höchstbetrag und WährungIn der Praxis entspricht der Höchstbetrag dem Gesamtbetrag der Bestellung
AblaufzeitNach Ablauf lässt sich der Token nicht mehr für eine Zahlung verwenden

Der Händler erstellt mit dem Token eine gewöhnliche Zahlung über sein Stripe-Konto und wird per Webhook informiert, wenn der Agent den Token widerruft oder er ungültig wird. Für Händler bedeutet das: kein neues Risiko-Setup, kein Bruch im bestehenden Zahlungs-Stack. Wie sich das Prinzip auf die Kartennetzwerke überträgt, zeigt der Abschnitt zur agentischen Tokenisierung.

Integration in die bestehende Zahlungsinfrastruktur

Eine der häufigsten Fragen ist, ob ACP einen neuen Zahlungs-Stack verlangt. Die Antwort ist nein – mit einer wichtigen Unterscheidung:

  • Sie nutzen Stripe: Der SPT landet direkt in Ihrem Konto, agentische Zahlungen lassen sich mit wenig Aufwand aktivieren.
  • Sie nutzen einen anderen Zahlungsdienstleister: Das Protokoll ist offen und nicht an Stripe gebunden; ob und wann Ihr Anbieter ACP unterstützt, sollten Sie direkt erfragen.
  • Unverändert bleiben: Händlerkonto, Konditionen, Auszahlung und Ihre Rolle als Merchant of Record.
  • Neu hinzu kommen: Endpunkte für Checkout-Sitzungen, ein Produkt-Feed und die Echtzeit-Berechnung von Versand und Steuern.

Woraus ACP technisch besteht

ACP ist kein einzelnes Feature, sondern setzt sich aus drei Bausteinen zusammen. Die Trennung ist praktisch relevant, weil sie erklärt, welche Teile Sie selbst bauen müssen und welche Ihr Payment-Provider übernimmt:

BausteinWas er regeltWer liefert
Produkt-Feed Welche Artikel es gibt, mit Preis, Verfügbarkeit und Attributen Der Händler
Checkout-Schnittstelle Warenkorb anlegen, aktualisieren, Versand und Steuern berechnen, Bestellung abschließen oder ablehnen Der Händler (oder seine Plattform)
Delegierte Zahlung Ausstellung und Einlösung des Shared Payment Token Der Payment-Provider

Die verbreitete Aussage „Integration in einer Zeile Code“ bezieht sich auf den dritten Baustein und gilt für Händler, deren Plattform die ersten beiden bereits mitbringt. Wer eine Eigenentwicklung betreibt, baut die Checkout-Schnittstelle selbst – das ist überschaubar, aber kein Konfigurationsschritt.

Was Ihr Backend können muss

Die Checkout-Schnittstelle bildet eine Sitzung ab, die der Agent schrittweise befüllt. Entscheidend ist, dass Ihr System auf jede Zwischenstufe verbindlich antwortet – ein Agent kann keine Rückfrage per Telefon stellen:

  • Sitzung anlegen mit Artikeln und Menge, Antwort mit Zwischensumme.
  • Aktualisieren, sobald Lieferadresse oder Versandart feststehen – inklusive korrekter Steuer und Versandkosten für genau diese Adresse.
  • Abschließen gegen Vorlage des Zahlungs-Tokens, mit verbindlicher Annahme oder Ablehnung.
  • Stornieren, solange die Sitzung offen ist.
  • Statusänderungen zurückmelden, wenn sich nach Annahme etwas ändert – etwa bei Versand oder Rückerstattung.

Der unterschätzte Teil ist die Steuer- und Versandberechnung in Echtzeit. Viele Shops ermitteln beides erst spät im eigenen Checkout-Prozess oder überlassen es einem Frontend. Für ACP muss diese Logik serverseitig und als API verfügbar sein.

Wie ChatGPT Ihr Sortiment überhaupt findet

Ein häufiges Missverständnis: ACP schafft keine Sichtbarkeit. Das Protokoll regelt den Kaufabschluss, nachdem die Auswahl bereits gefallen ist. Damit Ihre Produkte in die Auswahl kommen, braucht es den Produkt-Feed und darüber hinaus dieselbe Grundlage wie in jedem anderen KI-Kanal: vollständige, konsistente, maschinenlesbare Daten und Inhalte, die als Beleg taugen.

Wer die Reihenfolge umdreht und zuerst integriert, hat am Ende einen funktionierenden Checkout, den niemand ansteuert. Deshalb steht Sichtbarkeit für KI-Agenten vor der Protokoll-Anbindung – nicht danach.

Was ACP kostet und was offenbleibt

Das Protokoll selbst ist Apache-2.0-lizenziert und damit kostenfrei nutzbar. Kosten entstehen an anderer Stelle, und ein Teil davon ist noch nicht abschließend geklärt:

  • Zahlungsabwicklung läuft über Ihren bestehenden Provider zu Ihren bestehenden Konditionen.
  • Provisionsmodelle der Agenten-Plattform sind der bewegliche Teil. Wer den Kanal budgetiert, sollte diesen Punkt aktiv klären statt annehmen, er bleibe dauerhaft kostenfrei.
  • Interner Aufwand für Feed-Pflege und die Echtzeit-Berechnung von Versand und Steuer – in der Regel der größere Posten.

Zwei weitere Punkte gehören zur ehrlichen Einordnung: Der Rollout ist regional gestaffelt und begann in den USA; und die Kundendaten, die Sie aus diesem Kanal erhalten, sind knapper als im eigenen Shop. Sie bleiben Merchant of Record, aber der gewohnte Aufbau eines Kundenprofils über Sitzungsverhalten entfällt.

Vorteile der Integration: warum ACP für Händler relevant ist

  • Sichtbarkeit in ChatGPT: Über ACP lassen sich Produkt-Feeds und Aktionen direkt an ChatGPT liefern – der Hebel, seit dort vor allem entdeckt und verglichen wird.
  • Geringer Zahlungsaufwand: Wer Stripe nutzt, bindet den Shared Payment Token ohne neuen Zahlungs-Stack an.
  • Merchant of Record bleibt der Händler – Kundenbeziehung, Daten und Steuerlogik bleiben in Ihrer Hand.
  • Offener Standard: Apache 2.0, plattform- und Payment-Provider-übergreifend implementierbar.
  • Ökosystem: Gestartet mit Etsy; Salesforce hat Unterstützung angekündigt, Target, Sephora und Nordstrom liefern Feeds für die neue Produktsuche.

ACP regelt das Wie des Kaufabschlusses. Wie die Zahlung darunter abgesichert wird, zeigt die Seite zu Agentic Payments; den eigentlichen Kaufprozess vertieft Agentic Checkout. Der konkurrierende, stärker zahlungs­zentrierte Ansatz von Google ist AP2; für die ganze Kaufstrecke hat Google mit Partnern das Universal Commerce Protocol (UCP) vorgelegt.

Häufige Fragen

Wer steht hinter dem Agentic Commerce Protocol?
Das ACP wurde gemeinsam von OpenAI und Stripe entwickelt und Ende September 2025 veröffentlicht. Es ist quelloffen unter Apache-2.0-Lizenz und wird als offener Standard gepflegt, den jeder implementieren kann.
Was ist ein Shared Payment Token?
Der Shared Payment Token (SPT) ist ein von Stripe eingeführtes Zahlungs-Primitiv. Er erlaubt es einer App wie ChatGPT, eine Zahlung anzustoßen, ohne die Kreditkarten- oder Zahlungsdaten des Käufers offenzulegen. Der Händler verarbeitet die Zahlung wie gewohnt über seinen bestehenden Provider.
Muss ich mein Backend für ACP umbauen?
Nein. Für die Produktsuche in ChatGPT genügt nach dem Kurswechsel von 2026 ein sauberer Produkt-Feed. Wer den Kaufabschluss über ACP abbilden will, braucht Checkout-Endpunkte; mit Stripe ist der Zahlungsteil über den Shared Payment Token wenig Aufwand. Der Händler bleibt Merchant of Record und behält die Kundenbeziehung.
Gibt es ChatGPT Instant Checkout noch?
Nicht mehr als zentrales Modell. OpenAI hat am 24. März 2026 angekündigt, ChatGPT auf Produktentdeckung und Vergleich auszurichten: Händler nutzen wieder ihren eigenen Checkout, und das Agentic Commerce Protocol dient zusätzlich dazu, Produkt-Feeds und Aktionen an ChatGPT zu liefern. OpenAI begründete das damit, dass die erste Version von Instant Checkout nicht die gewünschte Flexibilität bot.
Welche Händler sind schon dabei?
Zum Start von Instant Checkout im Herbst 2025 kauften US-Nutzer bei Etsy-Verkäufern, angekündigt waren Shopify-Händler und Walmart. Nach dem Kurswechsel im März 2026 unterstützen laut Retail Gazette unter anderem Target, Sephora und Nordstrom die neue Produktsuche in ChatGPT über Feeds; Salesforce hat Unterstützung für das Protokoll angekündigt.
Welche Schnittstellen muss mein Backend für ACP bereitstellen?
Eine Checkout-Sitzung, die der Agent schrittweise befüllt: anlegen mit Artikeln und Menge, aktualisieren sobald Lieferadresse und Versandart feststehen (inklusive korrekter Steuer und Versandkosten für genau diese Adresse), abschließen gegen Vorlage des Zahlungs-Tokens mit verbindlicher Annahme oder Ablehnung, stornieren solange die Sitzung offen ist, sowie Statusänderungen zurückmelden. Der unterschätzte Teil ist die Steuer- und Versandberechnung in Echtzeit – sie muss serverseitig als API verfügbar sein, nicht erst im Frontend-Checkout entstehen.
Macht ACP meine Produkte in ChatGPT sichtbar?
Nein. ACP regelt den Kaufabschluss, nachdem die Auswahl bereits gefallen ist. Damit Ihre Produkte überhaupt in die Auswahl kommen, braucht es den Produkt-Feed und dieselbe Grundlage wie in jedem anderen KI-Kanal: vollständige, konsistente, maschinenlesbare Daten. Wer zuerst integriert, hat am Ende einen funktionierenden Checkout, den niemand ansteuert – Sichtbarkeit kommt vor der Protokoll-Anbindung.
Was kostet die Nutzung von ACP?
Das Protokoll selbst ist Apache-2.0-lizenziert und kostenfrei nutzbar. Die Zahlungsabwicklung läuft über Ihren bestehenden Provider zu Ihren bestehenden Konditionen. Der bewegliche Posten sind Provisionsmodelle der Agenten-Plattform – wer den Kanal budgetiert, sollte das aktiv klären statt anzunehmen, er bleibe dauerhaft kostenfrei. Der größte Posten ist meist der interne Aufwand für Feed-Pflege und Echtzeit-Berechnung von Versand und Steuer.
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