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Protokoll · UCP

UCP – Googles Universal Commerce Protocol

Ein offener Standard für die ganze Kaufstrecke: Katalog, Warenkorb, Checkout und Bestellung – mitentwickelt von Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart.

Zuletzt aktualisiert:

Wo UCP im Protokoll-Stack steht

Bis Anfang 2026 bestand der agentische Handel aus Bausteinen, die jeweils eine Teilstrecke lösen: ACP den Checkout in ChatGPT, AP2 die Zahlungsfreigabe, MCP den Zugriff auf Werkzeuge. UCP setzt eine Ebene darüber an und beschreibt, welche Handelsfähigkeiten ein Händler anbietet – unabhängig davon, über welchen Transport ein Agent sie aufruft.

ProtokollInitiatorDeckt abVerhältnis zu UCP
UCPGoogle mit Shopify, Etsy, Wayfair, Target, WalmartKatalog bis Bestellung–
ACPOpenAI und StripeCheckout in ChatGPTParalleler Ansatz, anderer Agent
AP2GoogleSignierte ZahlungsmandateOptionale Erweiterung
MCPAnthropicWerkzeugzugriffUnterstützter Transport
A2AGoogle, heute Linux FoundationAgent-zu-Agent-KommunikationOptionaler Transport

Die Fähigkeiten: was ein Händler über UCP anbietet

UCP gliedert den Handel in benannte Fähigkeiten (Capabilities). Ein Händler erklärt, welche er unterstützt, die Agenten-Plattform erklärt dasselbe, und beide arbeiten mit der Schnittmenge. Die Spezifikation auf ucp.dev nennt unter anderem:

FähigkeitKennungZweck
Checkoutdev.ucp.shopping.checkoutKaufabschluss mit Preis, Steuern, Versand und Zahlung
Cartdev.ucp.shopping.cartMehrere Artikel eines Shops in einen Warenkorb legen oder speichern
Orderdev.ucp.shopping.orderBestellstatus und Änderungen asynchron vom Händler an die Plattform
Identity Linkingdev.ucp.common.identity_linkingKundenkonto per OAuth 2.0 verknüpfen, etwa für Mitgliedervorteile
Erweiterungenz. B. fulfillment, discount, ap2_mandateVersandoptionen, Rabatte, signierte Zahlungsmandate nach AP2

Im März 2026 kündigte Google zusätzlich eine Catalog-Fähigkeit an, über die Agenten Varianten, Bestand und Preise in Echtzeit abrufen, und betonte, dass eingeloggte Kunden über Identity Linking dieselben Mitgliedervorteile erhalten wie im Shop.

Discovery: das Profil unter /.well-known/ucp

Wie bei A2A-Agent-Cards beginnt alles mit einem maschinenlesbaren Steckbrief. Der Händler veröffentlicht unter /.well-known/ucp sein Profil: die unterstützten Fähigkeiten und Versionen, die akzeptierten Zahlungsabwickler (etwa Google Pay oder Shop Pay) und öffentliche Schlüssel zum Prüfen signierter Nachrichten. Die Agenten-Plattform schickt bei jeder Anfrage ihr eigenes Profil mit. Versionen werden über ein Datum exakt abgeglichen.

Für die Zahlung gilt dasselbe Prinzip wie bei agentischen Zahlungen insgesamt: Die Plattform erhält vom Zahlungsanbieter einen undurchsichtigen Token und reicht ihn an den Händler weiter. Rohe Kartendaten sollen die Plattform nicht erreichen.

Was UCP für Händler bedeutet

  • Sie bleiben Merchant of Record. Google formuliert es ausdrücklich: Händler behalten ihre Geschäftslogik und bleiben Verkäufer. Für einen voll individuellen Checkout gibt es eine eingebettete Option.
  • Einmal implementieren, mehrfach ausspielen. Weil UCP REST, MCP und A2A als Transport zulässt, muss eine Fähigkeit nicht pro Agent neu gebaut werden.
  • Zuerst bei Google. Google hat den Checkout über UCP für AI Mode in der Google-Suche und die Gemini-App angekündigt, zunächst für berechtigte US-Händler und mit Google Pay als Zahlungsart.
  • Plattform entscheidet über den Aufwand. Shopify-Händler werden über die Plattform angebunden; Google nannte Commerce Inc, Salesforce und Stripe als künftige Implementierer, das Onboarding soll über das Merchant Center vereinfacht werden.

UCP und der deutsche Handel

Für deutsche Händler ist UCP Ende 2026 vor allem ein Signal für die Richtung: Mit Google, Shopify und den großen US-Händlern steht ein zweites großes Lager neben OpenAI und Stripe. Google hat eine globale Ausweitung angekündigt; einen Termin für Deutschland nennen die ausgewerteten Quellen nicht. Unterstützt wird UCP von Zahlungs- und Handelsunternehmen wie Adyen, Mastercard, Stripe, Visa und Zalando.

Die nüchterne Priorisierung bleibt dieselbe wie bei jedem neuen Protokoll: Was auf UCP einzahlt, zahlt auch auf ACP und auf jede Agenten-Suche ein – vollständige Produktdaten mit Preis, Verfügbarkeit und Lieferzeit, eine eindeutige Firmenentität und Agenten, die Ihre Seite nicht vom Bot-Schutz ausgesperrt bekommen. Wie das konkret geht, steht unter Sichtbar für KI-Agenten und im Agentic Checkout.

Häufige Fragen

Was ist das Universal Commerce Protocol (UCP)?
Das Universal Commerce Protocol ist ein offener Standard für agentischen Handel, den Google am 11. Januar 2026 gemeinsam mit Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart vorgestellt hat. UCP deckt die gesamte Kaufstrecke ab – Produktsuche, Warenkorb, Checkout und Bestellstatus – und steht unter der Apache-2.0-Lizenz.
Wie unterscheidet sich UCP vom Agentic Commerce Protocol (ACP)?
ACP von OpenAI und Stripe konzentriert sich auf den Checkout in ChatGPT. UCP von Google und Partnern beschreibt die gesamte Kaufstrecke einschließlich Katalog, Warenkorb, Bestellungen und Identitätsverknüpfung und läuft zuerst in AI Mode der Google-Suche und in der Gemini-App. Beide lassen den Händler Merchant of Record bleiben.
Wie hängen UCP, AP2, A2A und MCP zusammen?
UCP nutzt die anderen Protokolle, statt sie zu ersetzen: MCP und REST sind Transportwege, A2A ist ein optionaler Transport, und AP2 ist eine optionale Erweiterung für signierte Zahlungsmandate. Ein Händler implementiert die UCP-Fähigkeiten einmal und kann sie über mehrere Wege anbieten.
Was ist /.well-known/ucp?
Unter /.well-known/ucp veröffentlicht ein Händler sein UCP-Profil: welche Fähigkeiten er unterstützt (etwa Checkout, Cart, Order), welche Zahlungsabwickler er akzeptiert und mit welchen Schlüsseln er signiert. Agenten-Plattformen lesen dieses Profil und handeln die gemeinsame Schnittmenge aus.
Ist UCP in Deutschland verfügbar?
Google hat den Checkout über UCP zunächst für berechtigte Händler in den USA angekündigt und eine globale Ausweitung in Aussicht gestellt; in den hier ausgewerteten Google-Quellen ist aber kein Starttermin für Deutschland genannt. Die Spezifikation selbst ist offen und kann unabhängig davon implementiert werden.
Muss ich als Shopify-Händler UCP selbst integrieren?
Shopify hat UCP mitentwickelt und bindet seine Händler über die eigene Infrastruktur an. Für Händler auf anderen Plattformen hängt der Aufwand davon ab, ob der Shop-Anbieter oder Zahlungsdienstleister UCP unterstützt; Google nannte im März 2026 Commerce Inc, Salesforce und Stripe als künftige Implementierer.
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